Anerkennung in Deutschland und international

Buecher mit DoktorhutInnerdeutsche Anerkennung der Fachhochschulreife
Da die Bildungspolitik in Deutschland Sache der Länder und nicht des Bundes ist, kommt es hier immer wieder zu großen Unstimmigkeiten bei der Anerkennung von Schulabschlüssen. Hiervon ist leider auch die Fachhochschulreife betroffen. Je nach Bundesland und Schulform variieren die Möglichkeiten mit der Fachhochschulreife ein Studium aufzunehmen. Relativ unproblematisch ist die auf einer Fachoberschule erworbene Fachhochschulreife. Auch wenn man für das Studium im Bundesland seiner Fachhochschulreife bleibt, wird es wenig Probleme geben.

Komplizierter wird es bei der Anerkennung des schulischen Teils der Fachhochschulreife in der gymnasialen Oberstufe. Bis 2009 wurde hier die Anerkennung durch die sogenannte Elf-Länder-Vereinbarung geregelt. Beteiligt waren hier die folgenden Bundesländer: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Später schlossen sich Baden-Württemberg und Berlin einer neuen Vereinbarung an.

Internationale Anerkennung der Fachhochschulreife
International ist die Aufnahme eines Studiums auf Basis der Fachhochschulreife nicht immer ganz einfach. So gelten für die Anerkennung in der Österreich und der Schweiz größere Hürden.

So gilt sie in Österreich „nur dann als Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen zu einem Fachhochschul-Studiengang, wenn sie auch eine facheinschlägige berufliche Qualifikation vermittelt“. Dazu muss ein „umfassender Nachweis über die geforderten Qualifikationen“ erbracht werden. Dazu können auch Zusatzprüfungen notwendig sein. Erfüllt man die Voraussetzungen, so ist der Studierwillige einem österreichischem Studierwilligem mit facheinschlägiger beruflicher Qualifikation gleichgestellt. Zur Aufnahme eines „ordentlichen Studiums“ berechtigt das Zeugnis der Fachhochschulreife hingegen nicht.

Mit der deutschen Fachhochschulreife kann auch in der Schweiz studiert werden. Sie wird der schweizerischen gymnasialen Maturität gleichgestellt. Es obliegt der jeweiligen Fachhochschule, ob sie den Nachweis einer mindestens einjährigen Berufspraxis verlangt.

Es gibt noch weitere Länder in denen mit der Fachhochschulreife studiert werden kann. In den Niederlanden ist dies zum Beispiel an den „hogescholen“ möglich. Diese nennen sich auf deutsch gerne „Fachhochschulen“, reichen hieran aber qualitativ meist nicht heran. Während sich deutsche Fachhochschulen sehr stark an den Universitäten orientieren, sind die hogescholen mehr auf die berufliche Ausbildung ausgerichtet.

Empfehlung: Frühzeitig informieren
Ob man nun ein Studium in Deutschland oder im Ausland plant – oder sich diese Option vielleicht auch einfach nur offen halten möchte. Im Einzelfall empfiehlt es sich immer, vor dem Besuch der Schule bereits abzuklären, welche Studienberechtigungen der Abschluß ermöglichen wird. Andernfalls läuft man Gefahr Zeit zu verschenken oder sich mit einem Studienstandort und -fach zweiter Wahl begnügen zu müssen.

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