Externenprüfung | Nichtschülerprüfung | Schulfremdenprüfung

Was ist die Externenprüfung?

Externenprüfung wird auch als Nichtschülerprüfung oder Schulfremdenprüfung bezeichnet. Hier kann man ohne Schulbesuch einen Abschluß durch eine Reihe von Prüfungen erreichen. So kann man vom Hauptschulabschluss über die Fachhochschulreife bis zum Abitur jeden wichtigen schulischen Abschluss auch als Erwachsener noch nachholen. Wobei man sich in der Regel nicht gänzlich alleine auf die Prüfungen vorbereitet, sondern auf Hilfe durch Fern- oder Volkshochschulen zurückgreift.

Wer einen Schulabschluss – wie zum Beispiel Abitur und Fachhochschulreife – über einen Fernlehrgang nachholt wird am Ende in der Regel nicht von der Fernschule geprüft. Die Prüfung übernimmt eine externe Stelle. So übernimmt die IHK oft die Externenprüfung für Berufsabschlüsse. Für Schulabschlüsse übernehmen in der Regel bestehende Schulen die Abnahme der Prüfung. Hier hat jedes Bundesland in der Durchführung allerdings seine Eigenheiten.

Prüfungsteilnahme

Zulassungsvoraussetzungen

Je nach gewünschtem Abschluss gibt es für die Nichtschülerprüfung eine Reihe von Zulassungsvoraussetzungen. Im Falle der Fachhochschulreife muss so zum Beispiel der berufliche Teil vorgewiesen werden. Das kann eine einschlägige Berufsausbildung oder in einigen Bundesländern auch eine genauso einschlägige mehrjährige berufliche Tätigkeit sein. Außerdem muss der Sekundarabschluss I (Fachoberschulreife) vorgewiesen werden – dazu gehört unter anderem der Realschulabschluss. Zudem muss eine angemessene Vorbereitung auf die Prüfung nachgewiesen werden und in einigen Bundesländern darf im vorausgegangenem Schuljahr keine Fachoberschule besucht worden sein.

Externenpruefung FachhochschulreifeLeider hat auch in diesem Bildungsbereich jedes Bundesland seine eigenen Vorstellungen. Die entsprechenden Vorschriften und Verordnungen des jeweiligen Bundeslandes sollten daher genau studiert werden.

Anmeldung

Die Externenprüfungen werden in der Regel nur einmal jährlich durchgeführt – normalerweise im Frühjahr oder zu Beginn des Sommers am Ende des Schuljahres. Es ist unbedingt auf eine rechtzeitige Anmeldung zu achten um nicht noch ein weiteres Jahr warten zu müssen. Der Anmeldeschluß liegt zumeist einige Monate vor der Prüfung. Wer sich im Rahmen einer Fernschule auf die Nichtschülerprüfung vorbereitet, wird von dieser bei der erfolgreichen Anmeldung umfassend unterstützt. Für die Anmeldung wird eine ganze Reihe von Unterlagen erwartet – dazu gehören unter anderem Lebenslauf, Ausweiskopie, Abschlusszeugnisse, berufliche Vorbildung sowie Erklärungen zu Art und Umfang der Prüfungsvorbereitungen. Im Anmeldeformular des jeweiligen Bundeslandes sollte sich eine entsprechend detaillierte Auflistung finden.

Prüfungsablauf

Die meisten Externenprüfungen bestehen aus einem schriftlichem sowie einem mündlichem Teil. Zuerst sind dabei die schriftlichen Prüfungen zu absolvieren – dann folgt die mündliche Prüfung. In Ausnahmefällen werden mündliche Prüfungen aber nur durchgeführt, wenn der Prüfling zwischen zwei Noten steht. So handhabt es zum Beispiel die niedersächsische Fachhoschhulreife-Partnerschule der Fernschule ils.

Welche Fächer und Themen werden geprüft?

Dies hängt natürlich vom Schulabschluss ab. Im Falle der Fachhochschulreife sind in jedem Falle die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Mathematik sowie eine Fremdsprache Teil der Prüfung. Die Fremdsprache wird in der Regel Englisch sein. Diese Fächer werden in jedem Fall schriftlich geprüft. Insbesondere Englisch kann aber zusätzlich auch mündlich geprüft werden. Hinzu kommen fachrichtungsspezifische Fächer. Dies können dann also entsprechend Themen aus den Schwerpunkten Wirtschaft, Technik, Maschinenbau oder Gesundheit stammen.

Auch hier hat jedes Bundesland leider wieder seine eigenen Vorstellungen. Die folgende Tabelle zeigt die aktuell in Bayern geprüften Fächer:

Fachhochschulreife Pruefungsfaecher Bayern

Wann ist die Prüfung bestanden?

Erreicht man in jedem Prüfungsfach mindestens die Note ausreichend, so ist die Prüfung bestanden. Man kann die Note mangelhaft aber auch durch eine mindestens befriedigende Leistung in einem anderem Fach ausgleichen. Allerdings kann man so nur eine mangelhafte Note ausgleichen.

Richtig auf die Nichtschülerprüfung vorbereiten

Es dürfte selbstverständlich sein, dass man sich direkt vor der Prüfung noch einmal ausführlich mit dem Lernstoff beschäftigt. Hierzu auch einige Tage seines Urlaubes opfert. Wer sich über eine Fernschule auf die Externenprüfung vorbereitet kommt außerdem in den Genuß von Prüfungsvorbereitungsseminaren. Diese sind in der Regel bereits im Preis des Lehrganges inbegriffen. Zum Teil wirken hier sogar die späteren Prüfer mit.

Wichtig

Da Bildungspolitik in Deutschland Sache der Bundesländer ist, haben wir ein gutes durcheinander der Bestimmungen. Der obige Text dürfte eine gute Grundlage geben, kann aber natürlich nicht jede Sonderregelung in einem Bundesland berücksichtigen. Informieren Sie sich hier unbedingt vor Ort. Die meisten werden sich mit Hilfe einer Schule auf die Prüfung vorbereitet und haben so für entsprechende Fragen einen guten Ansprechpartner.

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