Finanzierung der Fachhochschulreife – Bafög, Kindergeld, steuerliche Absetzbarkeit, Bildungsprämie

Welche Kosten sind zu finanzieren?

Das verspätete Nachholen der Fachhochschulreife ist natürlich auch immer mit Kosten verbunden. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen. Wer sich für den Weg der Abendschule oder Fernkurses entscheidet, wird für den gesamten Kursus laufende Kosten tragen müssen. Wer seine Fachhochschulreife im Rahmen einer normalen Schullaufbahn erwirbt, wird deutlich geringere Kosten haben. Hier sind es vor allem die Kosten für Unterrichtsmaterialien sowie Bücher. Die Lebenshaltungskosten sind zumeist noch relativ niedrig, da man in dieser Lebensphase zumeist noch bei den Eltern wohnhaft ist.

Unter Umständen sind es aber nicht nur die Kosten, sondern auch die fehlenden Einnahmen über die man sich Gedanken machen muss. Wer die reguläre Schullaufbahn ohne die Fachhochschulreife verlässt, kann natürlich auch aus dem Berufsleben noch einmal zurückkehren um diese nachzuholen. Dies wird gerne nach Abschluß der Ausbildung gemacht, denn dann kann man an einer Fachoberschule die Fachhochschulreife innerhalb eines Jahres erreichen und anschließend direkt ein Studium aufnehmen. Wer einmal im Berufsleben stand und nun wieder Vollzeit zur Schule geht, brechen aber natürlich erst einmal die Einnahmen weg.

Finanzierung über Bafög

Bafoeg AusbildungsfoerderungBafög steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz – besonders bekannt ist es als Finanzierungsmittel für ein Studium. Aber auch schulische Weiterbildungen werden durch das Bafög gefördert. Allerdings sind die Anforderungen für diese Förderung nicht unbedingt niedrig. Viele dürften schon daran scheitern, dass der Antragssteller die Weiterbildung in Vollzeit erledigen muss. Das trifft vor allem auf die Besucher einer normalen meist staatlichen Schule zu, aber nicht auf all diejenigen, die ihre Weiterbildung nur am Abend und Wochenende neben dem normalem Beruf vorantreiben.

Allerdings gibt es auch für diese eine staatliche Förderungshilfe. Dies wird im § 3 Fernunterricht des Bundesausbildungsförderungsgesetzes geregelt. Hier werden allerdings maximal die letzten 12 Monate der Ausbildung gefördert. Außerdem muss die Ausbildung seit mindestens 6 Monaten laufen und auch hier muss die Arbeitskraft des Auszubildenden in drei aufeinander folgenden Kalendermonaten durch den Lehrgang voll in Anspruch genommen werden. Außerdem muss der Antrag vor Vollendung des 30. Lebensjahres bewilligt sein und der Schüler darf nicht mehr bei den Eltern gemeldet sein. All diese Anforderungen können durchaus auch bei einer Fernschule erfüllt werden. Im Falle von persönlicher oder familiärer Härtefälle sind zudem Ausnahmeregelungen möglich.

Besonders gute Chancen auf eine Bafög-Förderung hat man, wenn man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung Vollzeit an die Schule zurückkehrt. Es sollte sich dabei um eine Schulform handeln, die eine Berufsausbildung voraussetzt. Dies kann zum Beispiel die zwölfte Klasse einer Fachoberschule sein. Steigt man ohne Berufsausbildung in die 11. Klasse der Fachoberschule ein, kann man hingegen nur unter Sonderbedingungen Bafög erhalten. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Schule zu weit vom Elternhaus entfernt ist oder man bereits einen eigenen Haushalt mit eigenen Kindern führt.

Kindergeld

Kindergeld kann auch über das 18. Lebensjahr hinaus bezahlt werden. Maximal wird es bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt. Allerdings bestehen ab der Volljährigkeit einige Voraussetzungen. So wird weiterhin Kindergeld bezahlt, wenn sich das Kind auf das Berufsleben vorbereitet. Das kann eine Berufsausbildung sein, aber auch eine weitere schulische Bildung oder ein Studium. Jede Tätigkeit, die mit dem ernsthaftem Ziel betrieben wird, in der Zukunft eine Erwerbsgrundlage zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Demgegenüber kann der Kindergeldanspruch nach Erstausbildung und anspruchsschädlicher Erwerbstätigkeit auch wegfallen. Dies ist der Fall wenn einer „anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit“ nachgegangen wird. Dies ist der Fall wenn die regelmässige wöchentliche mehr als 20 Stunden beträgt. Auch hiervon gibt es wiederum Ausnahmen. Wenn es sich um ein Ausbildungsdienstverhältnis oder eine geringfügige Beschäftigung mit regelmässig nicht über 450 Euro Gehalt handelt, wird trotzdem Kindergeld bezahlt.

Wer seine Fachhochschulreife in einer Vollzeitschule macht – dürfte in den meisten Fällen also noch Kindergeld beziehen können. Wer hingegen über ein Fernstudium seine Fachhochschulreife nachholt, wird aufgrund Alter oder Einkommenshöhe für Kindergeld in den meisten Fällen nicht mehr in Frage kommen. Ausführliche Informationen zum Kindergeld gibt die Bundesagentur für Arbeit.

Steuerliche Absetzbarkeit

Steuererklaerung steuerlich absetzbarIn vielen Fällen können Kosten für Weiterbildungen als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Sie mindern also das zu versteuernde Einkommen. Wieviel man an Steuer spart, hängt also von der Höhe des eigenen Einkommens sowie Steuersatzes ab. Steuerlich absetzbar als Werbungskosten sind Weiterbildungen mit einem klarem Bezug zum Arbeitsleben. Das trifft für einen Schulabschluss wie das Abitur oder die Fachhochschulreife nicht zu. Diese können allerdings als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Dabei beschränkt sich die steuerliche Absetzbarkeit nicht nur auf die Lehrgangskosten, sondern es folgt noch ein ganzer Rattenschwanz an weiteren absetzbaren Kosten: Prüfungs- und Seminargebühren, Fachliteratur, Arbeitsmittel (z.B. Computer, Software), Fahrtkosten sowie Übernachtungskosten und Verpflegungsaufwendungen zu Seminarteilnahmen.

Bildungsprämie

Bundesministerium fuer Bildung und ForschungDer Staat unterstützt die private Weiterbildung für berufliche Fortbildungen durch die Bildungsprämie. Die Fortbildungen werden dabei zur Hälfte bezuschußt – allerdings auf maximal 500 Euro Bezuschussung begrenzt. Pro Person kann maximal alle zwei Kalenderjahre ein Prämiengutschein ausgestellt werden. Zu den Voraussetzungen zählt unter anderem eine durchschnittlich mindestens 15-stündige wöchentliche Berufstätigkeit. Allerdings können auch Personen im Mutterschutz, Eltern- oder Pflegezeit einen Prämiengutschein erhalten. Außerdem darf dazu zu versteuernde Einkommen bei Einzelpersonen maximal 20.000 Euro betragen. Bei gemeinsam Veranlagten verdoppelt sich diese Summe auf 40.000 Euro.

Auch Schulabschlüsse sind grundsätzlich förderfähig. Neben den übrigen Fördervoraussetzungen gilt hier außerdem, dass die Person in der Hauptbeschäftigung erwerbstätig ist. Wer also das Abitur oder die Fachhoschulreife neben seinem Beruf an einer Fernschule erwerben möchte, hat in diesem Fall gute Chancen auf eine Förderung durch die Bildungsprämie. Weitere und aktuelle Informationen zur Bildungsprämie stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereit.

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