Wie kann ich die Fachhochschulreife erwerben?

AbschlusszeugnisBildung ist heute im Arbeitsleben eines der wichtigsten Punkte um voranzukommen. Schon bei der Anstellung sortieren hier viele Firmen aus. Insbesondere große Firmen besetzen viele Positionen nur mit Studierten. Glücklicherweise ist in unser heutigen Welt die Zeit für ein Studium nie zu spät. Allerdings müssen für die Aufnahme eines Studiums auch Voraussetzungen erfüllt werden. In vielen Bereichen kommt man hier mit der Fachhochschulreife weiter. Diese kann auf verschiedenen Weg auch nach der regulären Schullaufbahn noch nachgeholt werden.

Das deutsche Schulsystem wirkt zuweile wie ein Flickenteppich. Verschiedene Bundesländer verfolgen hier recht eigene Vorstellungen vom bestem Bildungsweg. Entsprechend gibt es vielfältige Wege um die Fachhochschulreife zu erlangen oder auch später nachzuholen:

  • Gymnasium – Mit dem erfolgreichem Abschluß des Gymnasiums erlangt man die Allgemeine Hochschulreife bzw. umgangssprachlich das Abitur. Man kann hier aber auch ohne ein Bestehen der Abiturprüfung bereits den schulischen Teil der Fachhochschulreife erfolgreich absolviert haben. Dies ist lediglich in den Bundesländern Bayern und Sachsen nicht möglich. In Niedersachsen gelten zum Beispiel folgende Anforderungen: „Bei Abgang (frühestens am Ende des ersten Jahres der Qualifikationsphase) oder Nichtbestehen der Abiturprüfung kann der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden, sofern die Mindestbedingungen erfüllt werden.“ Neben diesem schulischem Teil muss natürlich noch der berufliche Teil der Fachhochschulreife nachgewiesen werden.
  • Fachoberschule, Berufsoberschule, Berufskolleg, Oberstufenzentrum, Fachschule, Berufsfachschule – Es gibt in den Bundesländern eine Reihe von unterschiedlichen Schulformen über die man die Fachhochschulreife erwerben kann. Hier werden zumeist der schulische und berufliche Teil der Fachhochschulreife miteinander verbunden. So wird im erstem Schuljahr der zweijährigen Fachoberschule ein Fachpraktikum absolviert. In Niedersachsen sind hierzu mindestens 960 Arbeitsstunden vorgeschrieben. Diese werden an 3 Tagen in der Woche absolviert – hinzu kommen 2 Schultage. Das zweite Schuljahr besteht dann nur noch aus Unterricht.
  • Volkshochschule \ Abendschule – Über ganz Deutschland verteilt finden sich viele Volkshochschulen (VHS) mit ihrem Weiterbildungsprogramm. Hierzu zählen fast immer auch Schulabschlüsse. Diese werden als Vormittags- oder Abendkurse angeboten. Das Angebot fällt regional allerdings sehr unterschiedlich aus. Nur ein kleiner Teil bietet die Fachhochschulreife an.
  • Telekolleg, VIBOS – Das Telekolleg wird in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen angeboten. Neben den Studienunterlagen gibt es hier begleitend Fernsehsendungen auf BR und BR-alpha. Hinzu kommt der Kollegtagunterricht an einer der 26 Kollegtagschulen (23 in Bayern, 3 in Brandenburg). Die Teilnahme hieran ist Pflicht. VIBOS ist ein ebenfalls aus Bayern stammendes Angebot und steht für Virtuelle Berufsoberschule.
  • Fachhochschulreife durch Nichtschülerprüfung (Externenprüfung) – Auf diese Externenprüfung bereiten in der Regel die Fachhochschulreife-Angebote von Fernschulen vor. Die Prüfung wird meist von einer externen Prüfungsinstanz durchgeführt. Das kann die IHK oder ein Berufskolleg sein. Die Externenprüfung besteht dabei aus einem schriftlichem sowie einem mündlichem Teil. Unabhängig von der Fachrichtung sind Deutsch, Mathematik sowie eine Fremdsprache in jedem Fall Prüfungsbestandteil. Hinzu kommen noch Fächer des beruflichen Schwerpunktes.

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